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Leipziger Lesekompass

Fürs Lesen begeistern

Der Leipziger Lesekompass zeichnet Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden. Ausgewählt werden sie von einer Jury aus unabhängigen Fachleuten der Bereiche Kita, Schule, Bibliothek und Buchhandel, aber auch aus jugendlichen Lesern und Bloggern. Prämiert werden jeweils Neuerscheinungen, die im Zeitraum zwischen zwei Leipziger Buchmessen (zwischen März und März) erschienen sind.


Rund 8.000 Neuerscheinungen für Kinder und Jugendliche sind im vergangenen Jahr auf dem deutschen Buchmarkt erschienen – eine unglaubliche Menge frischer Lesestoff! Doch welche Trends gibt es auf dem Kinder-und Jugendmedienmarkt? Gibt es Neuerscheinungen, die sich besonders für das Vorlesen und gemeinsame Entdecken in der Kindertagesstätte eignen? Welche neuen Titel stellen eine attraktive Schullektüre dar und bieten Stoff für Gespräche sowie Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit im Unterricht?  

Bildergalerie

15.03.2018

Leipziger Lesekompass 2018

Die prämierten Titel stehen fest!

Leipziger Lesekompass Poster 2018 ©Stiftung Lesen

Zum Start der Leipziger Buchmesse wurden am 15. März 2018 die mit dem Leipziger Lesekompass prämierten Titel bekannt gegeben.

Wir gratulieren allen Gewinnern!

Ideen und Impulse, was man mit den Büchern in der Praxis machen kann und welche Projekte sich daraus entwickeln lassen, finden Sie in unserem begleitenden Material.

Unser ausführliches Material mit Ideen zu je drei Titeln und unsere Flyer mit allen wichtigen Informationen zu den Titeln finden Sie ab sofort in unserem Downloadbereich. 

Hier die Gewinner im Überblick (mit einem Klick auf den Titel gelangen Sie direkt zu einer kleinen Leseprobe):

2- 6 Jahre


6-10 Jahre

10-14 Jahre

01.03.2018

Marlene Zöhrer und Sven Puchelt berichten vom Juryalltag

Leipziger Lesekompass 2018

Marlene und Sven sind Mitglieder der Jury, die über die Bücher der 2-6 Jährigen entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

MZ: Der Leipziger Lesekompass hebt sich durch den Fokus auf Nicht- oder Wenigleser ab. In unserer Auswahl denken wir immer die Eignung für die Leseförderung und Literaturvermittlung mit. So gibt es eben auch Titel, die auf keiner anderen Empfehlungsliste zu finden sind.

SP: Der Leipziger Leskompass ist ein „Leselustmachpreis“. Natürlich achten wir in der Jury auf literarische Qualität. Vordergründig geht es jedoch um Bücher, die Lust auf mehr machen und die Möglichkeiten bieten, sich in einer Gruppe mit ihnen auseinanderzusetzen.

 


Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

MZ: Ich wurde von einer Kollegin, mit der ich seit Jahren an unterschiedlichen Schnittstellen zusammenarbeite, in die Jury berufen. Vermutlich bringe ich die passende Mischung aus Praxisbezug und theoretischer Auseinandersetzung mit Kinderliteratur und -medien mit, die es für die Juryarbeit braucht.

SP: Ich gestalte seit über zwanzig Jahren Elternabende in Kindergärten und Schulen und mache Buchpräsentationen für pädagogisches Fachpersonal. Christine Kranz von der Stiftung Lesen und ich haben uns in einer Kinderbuch-Gruppe bei Facebook kennengelernt und sind uns auf der Buchmesse 2013 das erste Mal begegnet. Danach hat sie mich gefragt, ob ich Lust hätte, beim Leipziger Lesekompass mitzuwirken.

 

Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

MZ: Die Bücher für die Zwei- bis Sechsjährigen sind nicht so umfangreich. Allerdings ist es bei den Titeln mit dem reinen Lesen nicht getan. Wir nehmen auch die Bilder und das Zusammenspiel von Bild und Text sehr genau unter die Lupe.

SP: Die Texte in unserer Altersgruppe sind überschaubar, und durch meine Arbeit kenne ich viele der ausgewählten Titel schon. Aber häufig lese ich die Bilderbücher mehrmals und laut, da ich so die Vorlesequalität besser einschätzen kann.

 

Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

MZ: Die Frage nach der toleranten Begegnung und dem offenen Umgang mit dem „Fremden“ beziehungsweise dem „Anderen“ ist zur Zeit zentral.

SP: In vielen Büchern wird auf völlig unterschiedliche Art und Weise das Anderssein thematisiert. Ein Trend, der schon ein paar Jahre anhält, sind Bücher, die zum Mitmachen auffordern.

 

Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

MZ: Ganz ehrlich? Keines. Dafür fehlt mir die Zeit. Aber immerhin liegt eine spannende Jungendbuch-Novität dort: „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ von Steven Herrick (übersetzt von Uwe Michael Gutzschhahn).

SP: Das neue Buch des amerikanischen Autors Nickolas Butler, „Die Herzen der Männer“. Butler hat mich mit seinem ersten Buch „Shotgun Lovesongs“ begeistert, und auch sein neuer Roman beginnt vielversprechend.

01.03.2018

Wiebke Schleser - empfiehlt als Buchhändlerin täglich Bücher

Leipziger Lesekompass 2018

Wiebke Schleser ©privat

Wiebke ist Teil der Jury, die über die Bücher für 6-10 Jährige entscheidet.

Was zeichnet den Leipziger Lesekompass gegenüber anderen Auszeichnungen im Bereich Kinder- und Jugendliteratur aus?

Das wesentliche Merkmal, das Besondere am Leipziger Lesekompass für mich ist es, Bücher für die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Kinder zu finden, für Vielleser, für Kinder, die schon lesen können, jedoch einfachere Literaturzugänge benötigen, für Jungen und Mädchen gleichermaßen, für die Kleinsten Bilderbücher, die sie dort einfangen, wo sie gerade agieren, ihnen die Welt eröffnen. Der Leipziger Lesekompass präsentiert Kleinode, auf die wir Eltern, Großeltern, aber auch ErzieherInnen und LehrerInnen stupsen wollen. Deshalb gibt es zu den prämierten Titeln auch eine Handreichung für die Arbeit mit den Büchern in den Kitas und Schulen. 


 Wie und warum sind Sie in die Jury des Leipziger Lesekompass berufen worden?

Im Frühsommer 2012 rief mich Christine Kranz von der Stiftung Lesen an und fragte, ob ich mir eine Juryarbeit vorstellen könnte. Es ginge um ca. 20 Titel, die ich im Dezember lesen und bewerten müsste. Zunächst war ich hin- und her gerissen: Mir gefiel die Idee, dass es um Bücher geht,  die verschiedenste Lesebedürfnisse der Kinder ansprechen , dass es zu den prämierten Titeln gleich eine Handreichung für die Arbeit mit den Büchern gibt. Gleichzeitig war mir meine subjektive Sicht auf die Bücher sehr bewusst - diese Verantwortung irritierte mich im ersten Moment, und das, obwohl ich in meinem Laden täglich Bücher empfehle. Darüber sprachen wir lange, und es begann eine sehr spannende, konstruktive, beflügelnde Arbeit.

Warum wurde ich berufen? Ich eröffnete 2009 meinen Kinder und Jugendbuchladen, beschäftige mich seither ausschließlich mit Literatur für Kinder und Jugendliche -vermutlich überzeugte dies.

 Wie schaffen Sie es, 20 Bücher in nur 5 Wochen zu lesen und das auch noch in der Vorweihnachtszeit?

Die meisten Titel kenne ich aus dem Verlauf des Jahres; gegenseitig machen wir uns im Vorfeld auf das eine oder andere Buch aufmerksam. Wenn dann Ende November das Buchpaket eintrifft, ist es ein wenig wie Besuch zu bekommen: eine Vorfreude, obwohl die Arbeit dahinter auch ganz klar definiert ist. Ich habe viele der Titel schon gelesen, und nehme dennoch jedes Buch zur Bewertung und intensiven Auseinandersetzung noch einmal in die Hand, lese es, mache mir Notizen. Erst dann fülle ich die Bewertungsbögen aus, mache eine Vorauswahl meiner Top Ten, schlafe drüber, lege definitiv fest und schicke ab. Und ja - das alles während des Weihnachtsgeschäfts und während zwei, drei ganz intensiver Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. 

 Jenseits der Kinder- und Jugendliteratur: Welches Buch liegt gerade auf Ihrem Nachttisch?

"1 Kilo Kultur“ von Braunstein und Pein, C. H. Beck - und nicht viel mehr,  denn es beginnt gerade das neue Bücherjahr, weshalb ich konsequenterweise Kinder- und Jugendbücher lese. Im Sommer ist Zeit für alles andere.

 Was sind wichtige Themen oder Trends in der aktuellen Literaturauswahl?

Mir sind Bücher mit starken Mädchencharakteren sowohl in der phantastischen als auch in der realistischen Kinderliteratur besonders aufgefallen. Verschiedene Themen, die in Form einer Fabel daherkommen, mitunter mit bewundernswerten Illustrationen. Für mein Empfinden gibt es ein wenig zu viel an magischen Blumenläden, Schulen, Düften, ....

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